Annaberg - Buchholzer Münze

Jahr/Zeitraum Annaberg Buchholz
vor 1498 Errichtung einer Münzstätte in Frohnau in der Nähe der Neustadt am Schreckenberg. Als erste Münzstätte wird die Obermühle oder Herrenmühle genannt. Wobei es sich letztendlich nicht beweiskräftig belegen lässt, ob mit der von den Chronisten genannten Mühle, die untere Herrenmühle, heute Standort Leichtmetallgießerei, oder die obere Mühle, am Standort Frohnauer Hammer, gemeint ist. Im Anbau einer der Mühlen ließ Herzog Georg 1498 den ersten Standort der späteren Frohnauer Münze errichten. Viele Hinweise aus der alten Literatur favorisieren aber die Herrenmühle, da sie oft als Verwaltungsstandort von Herzog Georg genannt wurde.  
Herbst 1498 Prägung der ersten Schreckenberger (Dreigroschenstück) unter Augustin Horn als Münzmeister.  
1500 Das erste Talerstück, der Klappmützentaler, könnte in Frohnau oder auch in Wittenberg geschlagen worden sein.  
1501 Fertigstellung der Werkstätten der Annaberger Münze in einem Nebengebäude des damaligen Annaberger Bergamts, heutige Münzgasse 3 oder an einem nicht bekannten Ort in der Nähe der Bergkirche St. Marien.  
1501/1502 Umzug der alten Münze von Frohnau nach St. Annaberg  
1505-1506 In den Zehntenrechnungen des "Buchenholzes" für die Quartale Crucis 1505 bis Reminiscere 1506 werden Einnahmen am "Zugang auß der Muntz Schlägeschatz in Hohe von 689 Gulden und 1 Groschen" verbucht. Also müssen wir annehmen, dass unter der Regie von Andreas Funke die Buchholzer Münze ihre Prägetätigkeit schon vor 1512 aufgenommen hat, wahrscheinlich in Frohnau und Annaberg mit Münzzeichen von Andreas Funke.
1507 Beginn des Baus des Kurfürstenhauses unter der Leitung des Bergvogtes Fabian Lebe. Der Baumeister soll Matthes Busch gewesen sein.
1511   Anbau des Münzgebäudes an das Kurfürstenhaus. Hier befanden sich auch die Brennkammer, in der das Silber geschmolzen wurde und die Silberkammern zur Lagerung des Silbers. Eine Schmiede war ebenfalls hier untergebracht.
1524 Im Frühjahr 1524 brannte das Gebäude zum ersten Male ab. Sein Wiederaufbau begann in der Woche vor Michaelis 1524, also in der vorletzten Septemberwoche, zog sich aber wegen der Bauernunruhen bis zum Jahre 1526 hin.
1530 Verlegung der Buchholzer und Schneeberger Münze nach Zwickau
1534 Nach dem Grimmaischen Machtspruch Rückkehr der Münze nach Buchholz
1540 Nach der Einführung der Reformation in Annaberg wurde die Münze in das bedeutungslos gewordene Franziskanerkloster verlegt.
1542 Die Münze im Franziskanerkloster wird im November 1542 wieder an ihren alten Standort verlegt, weil viele Münzer Taubsucht bekamen.
1544 Im Jahr 1544 brannte die Buchholzer Münze erneut ab, nachdem der Münzmeister mit seinen Gesellen die ganze Nacht Silber gemacht hatte.
1553 Die Buchholzer Münze wird geschlossen und nach Annaberg verlegt.
1557 Erneute Verlegung der Annaberger Münze in das Franziskaner Kloster  
1558 Schließung aller Münzstätten in Sachsen. Auf Weisung des Kurfürsten August von Sachsen erfolgte die Auslagerung nach Dresden.
1604 Stadbrand von Annaberg vernichtet alle Unterlagen des Bergamtes und somit auch die wichtigen Unterlagen zur Münzgeschichte der beiden Städte St. Annaberg und Buchholz
1621-1623 In der Kipper- und Wipperzeit nahm die Annaberger Münze nochmals ihre Tätigkeit auf. Die Enkel von Matthäus Rothe prägten nochmals Engelsgroschen und verwendeten dabei das alte Münzmeisterzeichen ihres Großvaters, die Eichel. Natürlich sind diese, vom Silbergehalt minderwertigen Groschen, nicht mit den von 1498 an geprägten Engelsgroschen identisch bzw. zu vergleichen. Sie verwendeten nur wieder Engel auf den Münzen als Schildhalter.
Info Weitere Informationen erhalten Sie bei den Annaberger Münzfreunden
Das Logo der Annaberger Münzfreunde e.V. ist das erste Dreigroschenstück, das in Frohnau geprägt wurde. Seinen Namen "Schreckenberger" hat diese Münze auf Grund der geographischen Lage von Frohnau am Schreckenberg bekommen. Sie wird auch noch als Engelsgroschen nach dem Motiv auf der Vorderseite bezeichnet. Wenig geläufig ist die Bezeichnung Mühlstein. Das Motiv des Dreigroschenstückes hat sich über viele Jahre erhalten. In der Kipper- und Wipperzeit wurde es erneut wiederverwendet.
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