Stadt- und Bergbaugeschichte

Jahr/Zeitraum Bergbaugeschichte Stadtgeschichte
1. Hälfte 15.Jhd. Kupferbergbau bei Geyersdorf  
2. Hälfte 15.Jhd. Zinnbergbau bei Buchholz  
28.10.1491 Erster Silberfund am Schreckenberg durch Kaspar Nietzelt  
22.10.1492 Ablieferung des ersten Silbers beim Zehntner in Geyer - 68 kg -  
11.02.1493 Erste Annaberger Bergordnung  
1. Quartal 1495 1. Ausbeutezahlung auf der "Alten Fundgrube"
- 15 Gulden je Kux (Anteil) -
 
25.07.1496   Erste Tagung zur Anlage einer Stadt in der Frohnauer Mühle
Plan: 1200 Häuser, damit sollte sie die zweitgrößte Stadt Sachsens werden
21.09.1496   Beschluss zur Anlage einer Stadt am Westhang des Pöhlberges durch Dr. Ulrich Rülein von Calw und Appolonius Röhling
Name: "Neue Stadt am Schreckenberg"
1497 Herausgabe des ersten technischen Lehrbuchs in deutscher Sprache "Ein nutzlich Bergbuchlein" v. Dr. Ulrich Rülein v. Calw Eigene Bergverwaltung - bis dahin von Geyer verwaltet
Beginn der Bautätigkeit in der Stadt
1497 Höhere Silberproduktion als das bis dahin führende Schneeberg  
1497 Beginn des Bergbaus in der späteren Ortslage Buchholz  
18.08.1498   Die "Neue Stadt am Schreckenberg" erhält Münzrecht.
1498 Bau des Bergamt-Gebäudes Erste hölzerne Kirche in der "Neuen Stadt am Schreckenberg"
1498-1527 Über 20 Zechen im Stadtgebiet  
28.10.1498   Einweihung der Annaberger Münze im Anbau d. Frohnauer Mühle durch Herzog Georg den Bärtigen u. a. Prägung der sogenannten "Schreckenberger" (bis 1547)
1499 "Schreckenberger Bergordnung" - älteste deutsche gedruckte Bergordnung  
1499-1504 Hohe Ausbeuten zwischen 67.000 und 102.000 Gulden, durchschnittlich Silberproduktion 5,5 t  
1499-1525   Bau der St. Annen-Kirche
1500   Bau der Annaberger Münze
1500-1520
1530-1550
Erfolgreichste Perioden des Buchholzer Silberbergbaus  
22.03.1501   Umbenennung der "Neuen Stadt am Schreckenberg" in "St. Annaberg" durch Kaiser Maximilian, Kultort der Heiligen Anna - Schutzheilige der Bergleute; 521 bewohnte Häuser
07.11.1501   Gründung von St. Katharinenberg im Buchenholz, verbunden mit Stadt- und Bergrecht durch Kurfürst Friedrich den Weisen
1502   Baubeginn an Schule und Spital sowie Franziskaner-Kloster
1502-1511   Bau der Bergkirche - finanziert von der Bergknappschaft St. Annaberg, gefördert von Herzog Georg d. Bärtigen
1503-1540   Bau des Annaberger Stadtgrabens mit Ringmauer, Toren und 19 Türmen
1504   Beginn des Kirchenbaus in Buchholz
1506/1568/1599   Pest in Annaberg
November 1508   6000 Einwohner in St. Annaberg
1509 "Annaberger Bergordnung" - wichtigste Bergordnung -
Bedeutung ab 1511 für alle herzöglichen Reviere
Vorbild für einige europäische Bergbaureviere
 
20.09.1509   8000 Einwohner in St. Annaberg
1512   Buchholz erhält Münzrecht
1514 38 gleichzeitig in Ausbeute stehende Gruben  
1523-1600 insgesamt 969 Silbererzgruben im Annaberger Revier  
1529/1604   verheerende Stadtbrände in St. Annaberg
1530   12.000 Einwohner in St. Annaberg
1535-1538   Bau des Annaberger Rathauses
1536 Grube "Himmlisch Heer" wird fündig
höchste Silberproduktion: 13.989 kg in 709 Zechen,
Jahresausbeute 333.523 Gulden
 
1547   Übergang des Ernestinischen Gebietes (Buchholz) an die Albertinische Linie des Hauses Wettin - Herzog Moritz Kurfürst von Sachsen, Aberkennung der Kurwürde für Johann Friedrich des Großmütigen nach der Schlacht bei Mühlberg (Religionskrieg)
1552-1567 Kupferproduktion 340 t, danach Rückgang des Kupferbergbaus  
1558-1565 Schwankende Silberausbeuten zwischen 11.997 und 35.533 Gulden  
1561 Zinnbergwerksordnung  
1564 Bau des Flößgrabens zwischen Bärenstein und St. Annaberg  
ab 1565 Deutlicher Abfall der Ausbeuten - 4.354 Gulden  
1568   Pest in Annaberg - Tod von 2.228 Menschen
1579-1591 Nur noch 2000 - 4000 Gulden Ausbeute  
1599 Im Buchholzer Revier auf längere Zeit geringer Ausbeuten Pest in Annaberg - Tod von 2.201 Menschen
ab 1600 Sporadisch geringe Ausbeuten  
1604   Großer Stadtbrand von Annaberg - totale Verwüstung der Stadt
um 1620 Jährlich 20 - 30 kg Silberproduktion  
1620 Beginn der Kobaltproduktion  
1631   Weiterer Stadtbrand - Eintritt Sachsens in den Dreißigjährigen Krieg
1645 Sechs Zechen mit 12 Bergleuten im Annaberger Revier  
1649 (bis 1687)   Anlage eines Blaufarbenwerkes im Sehmatal
ab 1700 Bedeutender Kobaltabbau in St. Andreas am Annaberger Stadtberg  
ab 1735 Abbau von Kobalt in "Markus Röhling"  
1776-1800 Höchste Kobaltförderung in Annaberg mit ca. 68 t pro Jahr  
ab 1730 Neuerlicher, begrenzter Silberabbau  
1701-1850 20.400 kg Silberproduktion, teilweise Ausbeutezahlungen zwischen 40 - 48 Talern  
1799 Übernahme der wichtigsten Gruben durch den Kurfürst, jedoch mangelnder Erfolg  
1853 Konzentration auf den Abbau "Himmlisch Heer", "St.Michaelis" und "Himmelfahrt Fundgrube"  
1892 Stilllegung der letzten Annaberger Gruben - "Himmelfahrt" und "St. Briccius"  

Produktionszahlen des Annaberger Reviers:
Silber1492 - 1850350.258 t
Kobalt1701 - 18508.710 t
Kupfer1492 - 17002.635 t
Quellen:Günter Meier, Freiberg, Zur Entstehung des Besucherbergwerkes "Im Gößner" in Annaberg-Buchholz
Bernd Lahl, Chemnitz, Die Geschichte des Annaberger Bergbaus Lapis, Nr. 12/92
Das Logo der Annaberger Münzfreunde e.V. ist das erste Dreigroschenstück, das in Frohnau geprägt wurde. Seinen Namen "Schreckenberger" hat diese Münze auf Grund der geographischen Lage von Frohnau am Schreckenberg bekommen. Sie wird auch noch als Engelsgroschen nach dem Motiv auf der Vorderseite bezeichnet. Wenig geläufig ist die Bezeichnung Mühlstein. Das Motiv des Dreigroschenstückes hat sich über viele Jahre erhalten. In der Kipper- und Wipperzeit wurde es erneut wiederverwendet.
Weitere Informationen erhalten Sie von den Mitgliedern der Annaberger Münzfreunde e.V.
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